Brockenbahn
Die Brockenbahn ist auf dem Brockenbahnhof angekommen. Der Schienenstrang der Brockenbahn liegt komplett auf dem Gebiet des Nationalparks Hochharz. Die Bahn fährt vom kleinen Harzort "Drei Annen Hohne" bis zum Gipfel des Brockens. Sie können aber auch von allen anderen Bahnhöfen der Selketal- und der Harzquerbahn bis auf den Brockengipfel fahren. Die Streckenlänge der eigentlichen Brockenbahn beträgt nur 19 Kilometer.
Wenn Sie sich von einer der ca. 700 PS starken Dampfloks auf den höchsten Gipfel des Harzes befördern lassen wollen, beachten Sie aber vorher die folgenden Kosten: (Stand vom Juli 2011)
EUR 28,-- für einen Erwachsenen mit Hin- und Rückfahrt
EUR 68,-- für eine Familienkarte (2 Erwachsene, max. 3 Kinder).
Der Fahrpreis ist dabei von jedem möglichen Ausgangsbahnhof gleich hoch. Kinder bis zum Alter von vier Jahren fahren kostenlos.
Die Brockenbahn blickt auf eine mehr als 100jährige wechselvolle Geschichte zurück. Im Jahre 1898 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung am Brockenbahnhof, dem mit 1125 Meter über dem Meeresspiegel höchstgelegenen Schmalspurbahn-Bahnhof in Deutschland. Nur wenige Monate später, im März 1899, wurde die Strecke eingeweiht. Schon bald fuhren die Touristen in großer Zahl auf den höchsten Gipfel des Harzes. Die beiden Weltkriege und die folgenden Nachkriegszeiten bremsten den Höhenflug. Der größte Einschnitt erfolgte aber am 13. August 1961: Eine etwa 30jährige Unterbrechung des Zugverkehrs infolge des Mauerbaus. Erst nach dem Ende der DDR fuhr im Mai des Jahres 1991 die erste Dampflok wieder bis zum Brockengipfel. Vier Monate danach wurde der Zugverkehr wieder aufgenommen, seit Juli 1992 fahren die Züge wieder nach regulärem Fahrplan zum Brocken.
Streckenverlauf
Die Brockenbahn verlässt den Bahnhof Drei Annen Hohne (542 m ü. NN) wie die Harzquerbahn in südwestlicher Richtung. Sie kreuzt jedoch (noch in der Ausfahrt) die Straße nach Schierke/Elend, wo sie dann auch in den Nationalpark Harz einfährt. Anschließend führt sie nach Westen zum Bahnhof Schierke (688 m), wo auf ca. der halben Strecke bis 1963 ein Anschlussgleis zum Granitsteinbruch Knaupsholz existierte. Danach führt sie auf einem längeren Abschnitt durch das Tal der Kalten Bode, das sich südlich und weit unterhalb der Strecke befindet. Links taucht der 971 m hohe Wurmberg auf, und die Bahn kreuzt erstmals die Brockenstraße.
Nach einem engen Linksbogen vor der Eckerlochbrücke und einem weiteren Rechtsbogen erreicht die Strecke den Bahnhof Goetheweg (956 m), der heute nur noch als Betriebsbahnhof genutzt wird. Anschließend führt die Bahn direkt auf den Brocken zu, umrundet ihn in einer Spirale 1½-mal, wobei sie die Brockenstraße erneut quert, und endet dann schließlich nach 18,9 Kilometern im Bahnhof Brocken (1.125 m).
Geschichte
September 1990
Bereits 1869 gab es einen Entwurf für den Bau einer Eisenbahn zum Brocken, der jedoch abgelehnt wurde. Ein Neuversuch von 1895 glückte hingegen; am 30. Mai 1896 wurde die Baubewilligung erteilt, nachdem Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode die entsprechenden Grundstücke abgetreten hatte. Der erste Abschnitt der Brockenbahn, von Drei-Annen-Hohne nach Schierke, wurde am 20. Juni 1898 eröffnet, die Bauabnahme der Reststrecke bis zum Brocken erfolgte am 4. Oktober 1898. Zunächst wurde der Brocken nur vom 30. April bis zum 15. Oktober bedient, im Winterhalbjahr endeten sämtliche Züge im Bahnhof Schierke. Zum Ende des 2. Weltkriegs war es im Zuge der Kämpfe im zur Festung erklärten Harz vor allem durch Bomben und Granaten zu größeren Schäden an der Strecke gekommen. Der Abschnitt zum Brocken wurde deshalb erst im Jahr 1949 wieder in Betrieb genommen.
Betreibergesellschaft der Brockenbahn war bis zum 5. August 1948 die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft (NWE), danach gehörte sie der Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) des Verkehrswesens, Landesbahnen Sachsen-Anhalt und ab 11. April 1949 zur Deutschen Reichsbahn. Erst nach den Deutschen Wintersportmeisterschaften im Jahr 1950, die in Schierke stattfanden, fuhren im Winter Züge zum Brocken. Auch wurde für die Meisterschaften ein Bahnhof Eckerloch errichtet, der aber nach Ende der Meisterschaften wieder aufgegeben wurde. Die Lage des ehemaligen Ausweichgleises des Bahnhofes Eckerloch lässt sich auch heute noch gut erkennen.
Noch bis 1987 verkehrten Güterzüge auf der Brockenbahn, obwohl seit dem Mauerbau am 13. August 1961 der Brocken und sein Bahnhof zur Sperrzone gehörten und damit nicht für jedermann zugänglich waren. Die Züge fuhren bis zu diesem Zeitpunkt noch Kohle, Öl, Baumaterial für die Grenztruppen der DDR und Soldaten der Sowjetunion, die dort stationiert waren, zum Berg hinauf. Im Personenverkehr blieb die Brockenbahn von Drei Annen Hohne bis Schierke in Betrieb, es verkehrten meist nur zwei Personenzugpaare am Tag;[1] allerdings war zu ihrer Nutzung ein gesonderter Passierschein notwendig, weil Schierke im Grenzgebiet zur Bundesrepublik Deutschland lag.
Nach der Wiedervereinigung blieb ein Betrieb der Brockenbahn zunächst fraglich, jedoch verhalfen vereinte Anstrengungen von Bahn-Enthusiasten und Politikern unter der Federführung des damaligen Landeswirtschaftsministers, Horst Rehberger, der Brockenbahn zu einer zweiten Chance. Beteiligt war auch die Bundeswehr, da die Brockenbahn zum Abtransport der obsoleten militärischen Anlagen auf dem Brocken benötigt wurde. Am 15. September 1991 wurde nach der Sanierung der öffentliche Verkehr auf der Brockenbahn feierlich mit zwei dampfbetriebenen Zügen wiedereröffnet. Zum Einsatz kamen dabei die Lok Nr. 99 5903, eine Mallet-Lokomotive, die die NWE in den Jahren 1897/98 beschaffte und die Lok Nr. 99 6001, ein 1939 von der Firma Krupp entwickelter Prototyp.
Seit der Privatisierung der Schmalspurbahnen im Harz im Jahre 1993 wird die Brockenbahn von den Harzer Schmalspurbahnen (HSB) betrieben.
Zugbetrieb
Im Winter fahren zum Brocken maximal sechs Zugpaare am Tag. Davon werden vier von und nach Wernigerode durchgebunden. Im Sommer ist der Verkehr auf täglich elf Zugpaare verdichtet. Der schnellste Zug benötigt 49 Minuten zum Gipfel. Die Brockenbahn ist die einzige Strecke der HSB, die im Regelverkehr ausschließlich mit Dampfloks betrieben wird (im Sonderzugverkehr auch Dieseltriebwagen sowie Dieselloks der Baureihe 199.8 im Schneeräumdienst).
(Quelle Wikipedia)